Angst: Die Projektion der Zukunft und der Weg zur reflektierten Distanzierung


Angst ist ein universelles, tief verankertes Gefühl, das in jedem von uns existiert. Sie kann sich in verschiedensten Situationen bemerkbar machen und unsere Gedanken, Entscheidungen und Handlungen beeinflussen. Doch wenn wir die Angst als das betrachten, was sie wirklich ist – eine Projektion in die Zukunft, basierend auf Unsicherheiten und unbekannten Variablen – können wir beginnen, sie in einem anderen Licht zu sehen und lernen, uns auf eine reflektierte Weise von ihr zu distanzieren.


Angst als Projektion

Angst ist oft eine Antizipation, eine Voraussicht von etwas Negativem oder Bedrohlichem, das in der Zukunft geschehen könnte. Es ist das „Was wäre, wenn…?“, das in unseren Köpfen herumspukt und uns in eine Welt entführt, in der alles Mögliche schiefgehen könnte. Es ist wichtig zu verstehen, dass Angst selten auf dem Hier und Jetzt basiert, sondern auf einer möglichen Realität, die sich noch nicht manifestiert hat und vielleicht niemals manifestieren wird.



Die Macht der Reflexion

Indem wir diese Erkenntnis akzeptieren, können wir beginnen, Angst in einem konstruktiveren Kontext zu sehen und uns selbst zu fragen, ob unsere Ängste wirklich auf Fakten basieren oder einfach auf unbegründeten Sorgen. Ein Weg, um diese Sorgen zu betrachten, ist, sie zu reflektieren und zu analysieren:

  • Woher kommt diese Angst?
  • Ist sie real oder nur eine Illusion?
  • Wie wahrscheinlich ist das Eintreffen dieses gefürchteten Szenarios?


Durch diese Fragen können wir beginnen, uns von der erdrückenden Last der Angst zu befreien und uns stattdessen auf das konkrete Hier und Jetzt zu konzentrieren.

Diese Online-Reflexion kann dich unterstützen:

Angst: Die Projektion der Zukunft und der Weg zur reflektierten Distanzierung


Dieser Test wurde entwickelt, um dir dabei zu helfen, dein inneres Team besser kennenzulernen und die Ausprägung deiner persönlichen Merkmale zu erkunden. Er basiert auf Fritz Riemanns Konzepten der Individualpsychologie und seinen Arbeiten zu den «4 Grundängsten».


4 Grundformen der Angst

4 Grundformen der Angst



Strategien zur Distanzierung von der Angst

  1. Achtsamkeit und Präsenz: Indem wir uns auf den gegenwärtigen Moment konzentrieren und unsere Aufmerksamkeit auf das lenken, was gerade passiert, können wir die Ketten der zukunftsorientierten Ängste durchbrechen.
  2. Akzeptanz: Manchmal ist es unumgänglich, dass wir uns ängstlich fühlen. Akzeptanz dieser Emotion ohne Urteil oder Kritik kann paradoxerweise die Intensität der Angst reduzieren.
  3. Kognitive Umstrukturierung: Herausfinden, welche Gedankenmuster unsere Ängste speisen, und bewusst daran arbeiten, sie durch positive und unterstützende Gedanken zu ersetzen.
  4. Handlung: Oftmals ist die beste Methode, um Ängste zu überwinden, in Aktion zu treten. Durch das Ergreifen von Maßnahmen können wir uns von der Passivität befreien, die Ängste oft verstärkt.


Die Kraft der Möglichkeiten

Wenn wir uns erfolgreich von der Lähmung der Angst distanzieren, öffnen wir uns für eine Welt voller Möglichkeiten. Anstatt in einem Zustand der Sorge und Angst zu verweilen, ermöglichen wir es uns, aktiv am gegenwärtigen Moment teilzunehmen und zukünftige Szenarien mit einer Haltung der Neugier und Offenheit zu betrachten, anstatt mit Furcht.



Schlussfolgerung

Angst zu empfinden ist menschlich und natürlich, doch wenn wir lernen, sie als eine Projektion der Zukunft zu erkennen und uns mit einer reflektierten Haltung von ihr zu distanzieren, können wir Raum für Wachstum, Entwicklung und unzählige Möglichkeiten schaffen. Es ist der erste Schritt, um ein Leben zu führen, das nicht von der Angst beherrscht wird, sondern von bewussten, im gegenwärtigen Moment verankerten Entscheidungen.

Stefan Schäfer

Potenzialentfaltung in einer agilen, menschenzentrierten Welt.